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Vorsorgevollmacht

Vorsorgevollmacht und deren Inhalt

18.08.2016

... Vorkehrungen für den Fall der Fälle

Nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit können Sie in die Situation kommen, dass Sie nicht mehr eigenverantwortlich handeln können. Entscheidungen werden dann unter Umständen von Personen für Sie getroffen, denen Sie nicht bedingungslos vertrauen. Während zum Beispiel ein Lebensgefährte keinen Einfluss nehmen kann. Auch Ehepartner und Kinder können nur mit einer entsprechenden Vollmacht für Sie handeln.

Vorsorgevollmacht - was ist das?

Mit diesem Dokument erteilen Sie einer oder mehreren Personen Vollmacht, damit sie Ihre Angelegenheiten regeln können. Sie sollen Vorsorge treffen, wenn Sie nicht mehr dazu in der Lage sind.

Gut zu wissen:

Ist sichergestellt, dass Ihre Belange durch den Bevollmächtigten ausreichend besorgt werden, erfolgt keine gerichtliche Bestellung eines Betreuers.


Inhalt der Vorsorgevollmacht

Bestimmen Sie in einer Vorsorgevollmacht selbst, wer Ihre Gesundheits- oder Vermögensangelegenheiten regelt, Ihren Aufenthaltsort bei Krankheit bestimmt und alle anderen Rechtsgeschäfte in Ihrem Sinne erledigt.

Sie können den Umfang der Vollmacht festlegen und genaue Anweisungen geben, wie Ihre Vertrauensperson die Angelegenheiten erfüllen soll.

Sie können Ihre Vertrauensperson zum Beispiel dazu bevollmächtigen ...

... Ihr Vermögen zu verwalten.

Dies umfasst z.B. eine Vollmacht für

  • Ihr Bank- oder Sparkonto
  • die Verwaltung von Wertpapier - oder Immobilienvermögen
  • die Vornahme von Zahlungen
  • oder Eintreibung offener Forderungen.

Ihr Vorteil:
Auch wenn Sie schwerkrank darniederliegen, kann Ihre Vertrauensperson dafür sorgen, dass Ihre finanziellen Interessen gewahrt werden - von der Beantragung notwendiger Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung bis zur Zahlung offener Rechnungen.

Tipp!

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank oder Sparkasse, ob diese Ihre Vorsorgevollmacht im Ernstfall akzeptieren wird. Geldinstitute halten oft eigene Vollmachtsformulare vor, die Sie auch zusätzlich mit Ihrem Bevollmächtigten ausfüllen und unterzeichnen können.

... gesundheitliche Angelegenheiten zu regeln und den Aufenthaltsort zu bestimmen

Eine Vorsorgevollmacht kann sich auch oder ausschließlich auf "gesundheitliche Angelegenheiten" beziehen.

Ihr Vorteil: Ihre Vertrauensperson kann für Sie das Einverständnis zu medizinischen Maßnahmen geben oder sie ablehnen, notwendige Verträge mit einer Pflegeeinrichtung abschließen und die Krankenakten einsehen.

Tipp!

Begrenzen Sie den Aufgabenbereich in der Vollmacht nach Ihren Vorstellungen. Für die nicht geregelten Lebensbereiche bestimmt das Gericht unter Umständen einen Betreuer. Für diesen Fall ist ergänzend eine Betreuungsverfügung möglich.


Entscheidungen über "Wohl und Wehe"

Sie wollen einem nahen Angehörigen volles Vertrauen schenken und ihn durch eine "Generalvollmacht" mit der Vertretung aller Ihrer Angelegenheiten betrauen?

Sie können Ihre Vollmacht mittels einer allgemeinen Formulierung auf die Vertretung in allen persönlichen, gesundheitlichen, sowie Vermögens- und Rechtsangelegenheiten erstrecken.

Für manche schwerwiegenden Entscheidungen über Ihr Wohlergehen und Ihre persönliche Bewegungsfreiheit reicht eine allgemeine Formulierung als Ermächtigung jedoch nicht aus.

Einzelne Befugnisse festlegen

Ausdrücklich in der (General-)Vorsorgevollmacht müssen Sie regeln, wenn die Vollmacht die Vertretung bei folgenden schwerwiegenden Entscheidungen umfassen soll:

  • Einwilligung in Untersuchungen oder ärztliche Behandlungen, die schwere oder langanhaltende Gesundheitsschäden oder die Gefahr des Todes mit sich bringen können.

  • Einwilligung in Behandlungsabbruch in aussichtloser Situation mit bevorstehendem Tod.

  • Einwilligung in die Unterbringung des Patienten bzw. jedwede freiheitsentziehende Maßnahme (darunter sind auch Bettgitter, Festschnallgurte und Betäubungsmittel zu verstehen).

Genehmigung des Betreuungsgerichts

Zur Regelung dieser Angelegenheiten muss ein Bevollmächtigter darüber hinaus die Genehmigung des Betreuungsgerichtes einholen.

Tipp

Sinnvoll ist es auch in allen anderen Angelegenheiten genau zu benennen, welche Befugnisse die Vollmacht in einzelnen umfassen soll.

Bestimmung einer Vertrauensperson

Denken Sie daran: Sympathie allein reicht nicht aus. Der Bevollmächtigte muss für die Aufgabe geeignet sein und ihr volles Vertrauen besitzen.

  • Bei gesundheitlichen Angelegenheiten sollte der Bevollmächtigte Verständnis für Ihre Wünsche und z.B. keine völlig anderen religiösen oder weltanschaulichen Vorstellungen haben.

  • Bei geschäftlichen Angelegenheiten ist eine gewisse Sachkenntnis erforderlich. Er sollte zeitlich in der Lage sein, sich mit Ihren Angelegenheiten zu befassen.

  • Sind Sie in einer Pflegeeinrichtung untergebracht, sollte diese Person nicht mit dieser in Beziehung stehen, z.B. als Mitarbeiter. Eine solche Bevollmächtigung wäre unter Umständen unwirksam.

Besprechen Sie die Vorsorgevollmacht mit Ihrer Vertrauensperson. Was wollen Sie mit einem "widerspenstigen" Bevollmächtigten, der Ihre Angelegenheiten nur zögerlich oder gar nicht erledigt?

Tipp!

Der Bevollmächtigte muss sein Einverständnis nicht schriftlich abgeben. Zur Schaffung klarer Verhältnisse kann das aber auch am Ende der Vollmacht passieren (mit Datum und Unterschrift).

 

 

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